Eine Kli­ma­an­la­ge muss nicht mög­lichst leis­tungs­fä­hig sein, sie muss nur die Leis­tung brin­gen, die für die Kli­ma­ti­sie­rung eines Rau­mes benö­tigt wird. Einen Raum mit 20 qm Grund­flä­che kann man mit einem Kli­ma­ge­rät, wel­ches für 40 qm aus­ge­legt ist, natür­lich her­vor­ra­gend küh­len. Aller­dings gibt man unnö­tig viel Geld aus und der Ener­gie­ver­brauch ist auch höher als er müss­te. In unse­rem Rat­ge­ber erfah­ren Sie, wel­che Leis­tung eine Kli­ma­an­la­ge für wel­che Raum­grö­ße haben soll­te.

Berechnung der Leistung nach Raumgröße

Die Kühl­leis­tung zu berech­nen, ist gar nicht so schwer. Aller­dings kön­nen nur Richt­wer­te ermit­telt wer­den, da die real benö­tig­te Kühl­leis­tung von den indi­vi­du­ell zu küh­len­den Räu­men abhängt. Bei guter Däm­mung und gerin­ger Wär­me­ein­strah­lung tut es meist auch ein Gerät, wel­ches weni­ger Leis­tung bringt als eigent­lich not­wen­dig wäre. Beson­ders war­me und unge­dämm­te Räu­me kön­nen hin­ge­gen auch eine leis­tungs­stär­ke­re Kli­ma­an­la­ge ver­tra­gen.

Eine Berech­nungs­me­tho­de ist die Berech­nung nach Qua­drat­me­tern. Als Faust­for­mel kann man, abhän­gig von der Däm­mung und der Son­nen­ein­strah­lung von 60 bis 100 Watt pro Qua­drat­me­ter aus­ge­hen. Ist der Raum 30 qm groß und nor­mal gedämmt, wür­de man rech­nen:

30 qm * 80 W = 2.400 W

Alter­na­tiv, und das hal­ten wir für die bes­se­re Lösung, kann man die Leis­tung mit­tels des Raum­vo­lu­mens bestim­men. Hier gilt ein Richt­wert von 40 Watt pro Kubik­me­ter. Wenn sich der 30 qm gro­ße Raum in einem Alt­bau mit einer drei Meter hohen Decke befin­det, wür­de man rech­nen:

30 qm * 3 m = 90 m³

90 m³ * 40 W = 3.600 W

Bei einer Decken­hö­he von 2,5 Metern wür­de sich die benö­tig­te Leis­tung auf 3.000 Watt redu­zie­ren.

Nun wird die Kühl­leis­tung nicht immer in Watt ange­ge­ben. Es gibt auch die Anga­be BTU/h. Die Umrech­nung in Watt ist rela­tiv ein­fach. Die Anga­be in Watt wird mit drei mul­ti­pli­ziert und auf­ge­run­det. Umge­kehrt wird die BTU-Anga­be durch drei geteilt. Die Umrech­nung ist nicht zu 100 Pro­zent kor­rekt, bei die­sen Grö­ßen­ord­nun­gen aber voll­kom­mend aus­rei­chend, da es jetzt auf 5 Watt Abwei­chung nicht ankommt.

Klimagerät für 20 qm Raumgröße

Für so klei­ne Räu­me reicht eine Kli­ma­an­la­ge mit einer Leis­tung von bis zu 2.000 Watt in der Regel voll­kom­men aus. Eine mobi­le Kli­ma­an­la­ge mit Abluft­schlauch eig­net sich ide­al. Wich­tig ist hier­bei auch die Laut­stär­ke des Geräts, da man sich je nach Raum­auf­tei­lung län­ge­re Zeit in der Nähe der Kli­ma­an­la­ge auf­hält. Beim Arbei­ten wird eine laut sur­ren­de Kli­ma­an­la­ge neben­an schnell ein­mal läs­tig.

Eine Split-Kli­ma­an­la­ge ist natür­lich immer bes­ser, da lei­ser und effek­ti­ver. Aller­dings sind sol­che Gerä­te, bei denen der Kom­pres­sor außer­halb der Woh­nung ange­bracht wird, für sol­che Räu­me in der Regel über­di­men­sio­niert und im Ver­gleich zu klei­nen Mono­block-Gerä­ten unver­hält­nis­mä­ßig teu­er.

Klimaanlage bis 30 qm Raumgröße

Wie bereits in den obi­gen Bei­spie­len erwähnt, soll­te eine Kli­ma­an­la­ge für einen Raum mit bis zu 30 qm Grund­flä­che zwi­schen 2.400 und 3.600 Watt Kühl­leis­tung erbrin­gen. Die kon­kret benö­tig­te Leis­tung hängt von diver­sen Fak­to­ren wie der Däm­mung und der Raum­hö­he ab. Wer auf Num­mer Sicher gehen möch­te, berech­net die Leis­tung für kaum gedämm­te Räu­me und käme dann auf 3.000 Watt (3.600 W bei Alt­bau).

Wenn eine Kli­ma­an­la­ge etwas leis­tungs­stär­ker ist als benö­tigt, hat das durch­aus sei­ne Vor­tei­le. Zunächst ärgert man sich nicht, eine zu schwa­che Kli­ma­an­la­ge gekauft zu haben, da man Däm­mung etc. falsch ein­ge­schätzt hat. Ein wei­te­rer Vor­teil ist, dass die Kli­ma­an­la­ge nicht mit vol­ler Last arbei­ten muss, was sich posi­tiv auf die Laut­stär­ke und die Lebens­dau­er des Geräts aus­wirkt.

Ob es eine Split-Kli­ma­an­la­ge sein muss, ist eine Fra­ge des Geld­beu­tels. Split-Kli­ma­ge­rä­te sind meist für höhe­re Leis­tung aus­ge­legt, aber es gibt auch zahl­rei­che Model­le, die für die Kli­ma­ti­sie­rung solch ver­hält­nis­mä­ßig klei­nen Räu­men aus­ge­legt sind. Im Ver­gleich zu einem mobi­len Gerät mit Abluft­schlauch sind gleich leis­tungs­star­ke Split-Gerä­te aller­dings deut­lich teu­rer.

Klimagerät für bis zu 40 qm Raumgröße

Räu­me bis 40 qm benö­ti­gen knapp 4.000 Watt Kühl­leis­tung, um eine effi­zi­en­te Kli­ma­ti­sie­rung gewähr­leis­ten zu kön­nen. Abhän­gig von der Decken­hö­he dür­fen es auch gern noch etwas mehr sein. Mobi­le Kli­ma­ge­rä­te sind hier noch aus­rei­chend. Es gibt zahl­rei­che Model­le, die genü­gend Leis­tung brin­gen, ohne dabei über­mä­ßig laut zu sein.

Ähn­lich wie bei Räu­men mit 30 Qua­drat­me­tern, ist eine Split-Kli­ma­an­la­ge eine gute Idee, wenn der pas­sen­de Geld­beu­tel vor­han­den ist und es die Mög­lich­keit gibt, so ein Gerät zu instal­lie­ren. Split-Gerä­te sind zwar teu­rer als ähn­lich star­ke Mono­blö­cke, dafür sind sie aber auch lei­ser und neh­men im Raum qua­si kei­nen Platz ein.

Klimaanlage für bis zu 50 qm Raumgröße

Ab 40 qm Raum­grö­ße wer­den Split-Kli­ma­an­la­gen lang­sam inter­es­sant. Räu­me bis 50 qm benö­ti­gen rund 5.000 Watt Kühl­leis­tung, sofern sie nicht gut gedämmt sind. Mobi­le Kli­ma­an­la­gen sto­ßen hier zwar noch nicht an ihre Gren­zen, nähern sich preis­lich gese­hen aber schon den ers­ten Split-Gerä­ten an.

Split-Kli­ma­an­la­gen haben den gro­ßen Vor­teil, dass sie sehr lei­se arbei­ten, da der lau­te Kom­pres­sor außer­halb des Gebäu­des ange­bracht wird. Aller­dings kann nicht jeder eine Split-Anla­ge ver­wen­den. Für die Instal­la­ti­on ist ein Mau­er­durch­bruch not­wen­dig und der lau­te Teil der Anla­ge befin­det sich außen an der Fas­sa­de. In Miets­häu­sern kann es dadurch schnell zum Nach­bar­schafts­streit kom­men. Außer­dem muss der Ver­mie­ter der bau­li­chen Ver­än­de­rung vor­her zustim­men.

Wenn es doch eine mobi­le Kli­ma­an­la­ge sein soll oder muss, sind Model­le mit Abluft­schlauch zu emp­feh­len. Noch bes­ser sind Model­le mit zwei Schläu­chen, bei dem durch den einen Schlauch fri­sche Luft von drau­ßen ange­so­gen und die war­me Luft durch den ande­ren Schlauch wie­der hin­aus­ge­bla­sen wird.

Klimaanlage für Räume mit zu 70 qm Grundfläche

Bei 70 Qua­drat­me­tern wer­den lang­sam Dimen­sio­nen erreicht, bei denen mobi­le Kli­ma­ge­rä­te an ihre Gren­zen sto­ßen. Es gibt durch­aus mobi­le Gerä­te, die ent­spre­chend leis­tungs­fä­hig sind. Die­se Leis­tung hat natür­lich auch ihren Preis, sodass Split-Kli­ma­an­la­gen im Grun­de bevor­zugt wer­den soll­ten. Da für die Instal­la­ti­on einer sol­chen Kli­ma­an­la­ge ein Mau­er­durch­bruch not­wen­dig ist und die Instal­la­ti­on des Kom­pres­sors an der Fas­sa­de eine zusätz­li­che bau­li­che Ver­än­de­rung dar­stellt, muss der Ver­mie­ter der Instal­la­ti­on im Vor­feld zustim­men.

Ansons­ten blei­ben nur mobi­le Kli­ma­ge­rä­te übrig. Glück­li­cher­wei­se ist es nicht zwin­gend not­wen­dig, dass ein Kli­ma­ge­rät die gan­ze Arbeit allein ver­rich­tet. Es ist pro­blem­los mög­lich, zwei oder noch mehr Kli­ma­ge­rä­te auf­zu­stel­len, die die erfor­der­li­chen knap­pen 7.000 Wat­ten gemein­sam erbrin­gen. Im Grun­de ist das bei so gro­ßen Räu­men sogar von Vor­teil, da sich die küh­le Luft ein­fach schnel­ler und bes­ser ver­teilt, als wenn es im Raum nur eine Kühl­quel­le gibt.

Klimageräte für 100-qm-Räume

Räu­me bis 100 qm sind mit einem ein­zi­gen mobi­len Kli­ma­ge­rät kaum zu küh­len. Es wer­den 10.000 Watt Leis­tung benö­tigt. Theo­re­tisch ist das mög­lich, prak­tisch ist davon jedoch abzu­ra­ten. Die kal­te Luft ver­brei­tet sich recht lang­sam im Raum. Wenn es sich um ein gro­ßes Büro han­delt, kann es sein, dass der Kol­le­ge neben der Kli­ma­an­la­ge schon friert, wäh­rend der Kol­le­ge am ande­ren Ende des Rau­mes noch im eige­nen Saft steht.

Sind nur mobi­le Kli­ma­ge­rä­te mög­lich, soll­ten meh­re­re Gerä­te mit weni­ger Leis­tung ange­schafft wer­den, sodass sich die küh­le Luft bes­ser im Raum ver­teilt. Je mehr Gerä­te an sind, des­to wich­ti­ger wird die Laut­stär­ke. Wenn es ein beson­ders lei­ses Modell gibt, wel­ches aber weni­ger Leis­tung bringt, soll­te man lie­ber eine Kli­ma­an­la­ge mehr auf­stel­len, wenn dadurch die Gesamt­laut­stär­ke unter der von ande­ren Gerä­ten liegt.

Bei bis zu 100 Qua­drat­me­tern ist eine Split-Kli­ma­an­la­ge mit Abstand die bes­se­re Idee. An die meis­ten Kli­ma­an­la­gen kann man meh­re­re innen­lie­gen­de Käl­te­ge­rä­te anschlie­ßen. Damit der Raum effi­zi­ent und gleich­mä­ßig gekühlt wer­den kann, soll­ten min­des­tens zwei Käl­te­ge­rä­te an gegen­über­lie­gen­den Sei­ten des Rau­mes instal­liert wer­den.